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Schleichhandel im Grenzgebiet

Auf dem Schmuggelpfad in Straelen

 

Die  grüne Grenze zwischen dem niederrheinischen Straelen-Kastanienburg und dem niederländischen Velden war  in Kriegszeiten ein Ort, an dem das Schmuggelgeschäft florierte.  Der sogenannte „Schmugglerpfad“ bildete damals die illegale Verbindungslinie zwischen den beiden Ländern. Auf etwa 2,6 Kilometern schlängelt sich der Weg entlang eines Grabens, durch Wiesen und Felder und streift dabei das Waldgebiet Maasduinen.


Die  Zöllner hatten auf beiden Seiten der Grenze alle Hände voll zu tun - rund um die Uhr wurde das Gebiet patrouilliert, in der Hoffnung, einen Schmuggler auf frischer Tat zu ertappen. Hauptsächlich wurde Butter, Kaffee, Tabak, Tee, aber auch schon mal eine lebende Kuh - die zur Tarnung schwarz eingefärbt wurde - über die Grenze geschleust.

 

Heute ist der Pfad ein beliebtes Ausflugziel für Spaziergänger und Eltern mit Kindern, die einen Hauch von Schmugglerromantik erleben möchten. Die beiden niederländischen Vereine „Stichting  Veldense Volkscultuur“ und „IVN Maasdiunen“ verwandelten den alten Weg in einen naturnahen Abenteuer- und Erlebnisparcours. Schautafeln und Hinweisschilder erzählen vom Wirken der Schmuggler und geben Informationen rund um die heimische Flora und Fauna.


Der alte Schlagbaum und die zwei Grenzmarkierungen in schwarz-rot-gold, beziehungsweise rot-weiß-blau, weisen den Weg zum Startpunkt der Route. Farbenfrohe Keramik-Eulen an den Bäumen, sorgen als Richtungsweiser dafür, dass sich niemand verläuft. Die Route wechselt immer wieder von der niederländischen zur deutschen Seite und lässt dabei die Besucher zu (jetzt) legalen Grenzgängern werden.

Kleine Holzbrücken. Kletterseile, Trittsteine, Mitmachstationen und mehr, verwandeln  den Weg in einen spannenden Abenteuerparcours.  Festes Schuhwerk macht hier Sinn, auch wenn man jedes Hindernis gut umlaufen kann.
Ein Insektenhotel in Übergröße, ein Bienenbaum oder auch eine Wetterstation - bestehend aus Tannenzapfen, die in einen Baum gehängt wurden, wecken nicht nur bei den kleinen Besuchern, die Neugierde auf die Vorgänge in der Natur.


Das  „Bauerncafé Jacobs“ und das „Restaurant Jagersrust“ links und rechts der Grenze, laden im Anschluss der Tour zu einer Erfrischung oder einem leckeren Imbiss ein.
Hier bekommt man übrigens auch den Fragebogen, mit dem die kleinen Spürnasen unterwegs ein Naturquiz lösen können. Wird der ausgefüllte Bogen in den „Schmuggel-Briefkasten“ gesteckt, gibt es sogar einen kleinen Preis zu gewinnen.

 

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